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Mit Jan Pretscheck im Gespräch

VC-Manager Jan Pretscheck beantwortet Fragen, die gegenwärtig 7 Spiele vor Abschluss der Zweitliga-Saison 2011/12 die Fans interessieren.

Nach 19 Spieltagen steht der VC Dresden auf Platz 1 und hat 4 Punkte Vorsprung. Was sagst Du dazu?
Das ist der absolute Wahnsinn, allerdings im positiven Sinne. Hieraus ergeben sich Optionen, die den Männervolleyball und speziell den VC Dresden innerhalb weniger Wochen auf eine neue professionelle Stufe bringen können.

Wie steht es um den Jugendbereich, ist dieser nun unwichtig?
Wir haben zweifellos einige Probleme im Jugendbereich. Sie resultieren aber keinesfalls aus der erfolgreichen Arbeit des Bundesligateams. Es sind aber Lösungen in Sicht. Es muss der Anspruch des VC Dresden sein, wieder an alte Stärken anzuknüpfen und die Grundlagen jahrelanger Aufbauarbeit nicht aufzugeben.

Was erwartet die Fans an den letzten drei Heimspieltagen?
Alle drei Spieltage werden gut besucht sein. Für jeden Spieltag sind Aktionen geplant, die die Halle füllen, und damit wird der Spaßfaktor unter den Fans noch einmal gesteigert. Aber allein den Tabellenführer noch dreimal auf dem Weg in Deutschlands Eliteliga anschauen zu können, mit zu fiebern und vor allem Lärm zu machen - sollte Motivation für einen Besuch unserer Spiele sein.

Mit dem Besuch von Skisprunglegende Jens Weißflog und den drei Ruderassen zum Punktspiel an diesem Sonnabend ist Euch ja eine echte Überraschung gelungen. Das lässt für die nächsten Heimspiele hoffen.
Ja, der Besuch der Sportstars ist schon ein Knüller. Dafür gebührt dem Spieltagsponsor „Die Sächsische Sportzeitung“ mein besonderer Dank.



Wie wahrscheinlich ist neben der sportlichen die wirtschaftliche Qualifikation?

Wir geben seit Wochen Vollgas. Das Zieldatum 01.04. zur Meldung für Liga 1 ist eine Herausforderung, aber nach guten, zielführenden Gesprächen zuletzt bin ich von unserem Aufstieg überzeugt. Die Mannschaft und das Trainerteam hat es verdient, dass wir den Aufstieg realisieren und alle Hindernisse bewältigen. Allerdings wird es eine Punktlandung werden, denn reine mündliche Zusagen reichen nicht aus, und manchmal geht auch mir alles zu langsam.  

Wo wird im Falle eines Aufstieges in der nächsten Saison gespielt?
Ganz klar in der Margon Arena Bodenbacherstr. - dies ist alternativlos. Bei allen noch zu führenden Gesprächen müssen Details geklärt werden, aber die Frage ob Ja oder Nein stellt sich aus meiner Sicht nicht. Ohne die Möglichkeit in der einzigen Halle in Dresden, die die Anforderungen der 1. Bundesliga erfüllt, spielen zu dürfen, bekommen wir sowieso keine Lizenz.

Gibt es zum Kader bei einem Aufstieg schon Vorstellungen?
Die Kaderplanung übernimmt das Trainerteam. Wünsche und Vorstellungen sind ausgetauscht, die Realisierung orientiert sich an den wirtschaftlichen Möglichkeiten. Aber eines steht fest:  Wir spielen ohne Profis, und der Großteil der aktuellen Spieler spielt auch nächste Saison, dies ist mit der Mannschaft besprochen. Allerdings wird es punktuell auch Neuzugänge geben. Hier werden wir genau hinschauen, und es gibt sogar schon erste sehr erfreuliche Ansätze. Der VC Dresden ist auch ohne Profistatus und mit dem kleinsten Etat attraktiv, dies haben wir die letzten Monate mehrfach erfahren. Aber uns ist bewusst, dass - wenn alles normal läuft, wir auch wieder absteigen und über den Umweg einer weiteren Zweitligasaison ein weiteres Jahr später möglichst wieder und dann längerfristig in die 1. Liga wollen. Wir werden einen Minimumetat haben und finanziell mit Abstand den letzten Platz in Liga 1 belegen. Was dann passiert, werden wir erst Monate später erfahren, denn solide wirtschaften und/oder 4 oder 5 Big Point-Spiele gewinnen, kann sogar auch für den Klassenerhalt reichen.

Und warum wollt ihr 1. Liga spielen?
Zuerst haben es sich die Spieler und Trainer nach dieser fantastischen Leistung verdient. Zudem ist es ein Herzenswunsch aller Beteiligten, welcher viel Energie für die kommenden Monate freisetzt und das Feuer auch bei mehreren Niederlagen in Liga 1 brennen lässt. Aber man muss vor allem auch die Chancen sehen. Wir können beweisen, dass Männervolleyball auch 1000 Zuschauer haben kann, und dennoch 2000 Leute den Frauenvolleyball besuchen. Dresden ist die Volleyballhauptstadt in Deutschland, und wir sind in der Position dies beweisen zu müssen. Sollte es gelingen, als Underdog der Liga Zuschauer auch noch in der Mitte der Saison in großer Zahl in die Halle zu ziehen, dann sollten wir alles daran setzen, in absehbarer Zeit einen wirklich erstligatauglichen Etat auf die Beine zu stellen. Doch um Sponsoren in ausreichender Zahl zu gewinnen und um wirklich ernst genommen zu werden, brauchen wir genau diesen Testlauf in Liga 1 nächste Saison.


Das Gespräch führte Rolf Hiecke.

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Kommentare

Simon21.02.2012 09:34:46

Gefällt mir jan :) ich hoffe man sieht sich dann nächstes jahr :)

Volleygucker22.02.2012 09:21:08

Der Begriff "Volleyballhauptstadt" ist genau und treffend :-) Mit einer Sympathieoffensive könnten auch die entsprechenden Zuschauerzahlen erreicht werden. Ich hoffe, das in Vorbereitung der 1. Liga dafür die Zeit und der klare Blick vorhanden sein wird. Es ist auch wichtig für die Motivation des leistungsorientierten Nachwuchses, dass Volleyball ganz allgemein stärker in den Focus der Medien gerät und das ist mit einem Dresdner Volleyballleuchturm gut zu erreichen.

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